Die Region Oberer Neckar


Die LEADER Region Oberer Neckar liegt im Südwesten Baden-Württembergs und umfasst 11 Gemeinden aus dem Landkreis Rottweil und 4 Gemeinden aus dem Landkreis Freudenstadt. Insgesamt leben 117.455 Menschen auf diesem Gebiet (Stand 03/2013 StaLa BW).

 

Die Region ist durchweg ländlich geprägt. 94,3% der Fläche und 95,4% der Bevölkerung sind der Raumkategorie ‚Ländlicher Raum‘ zuzuordnen. Die Gemeinde Eutingen im Gäu mit den vier Ortsteilen liegt im ländlichen Raum im Verdichtungsraum Mittlerer Neckar. Der Raum ist unabhängig von Verwaltungsreformen historisch eng miteinander verflochten, arbeitet in Zweckverbänden und teilräumlichen Verwaltungsgemeinschaften zusammen. Die naturräumlich Situation, die ähnliche Landbewirtschaftung und Wirtschaftsstruktur, die Verkehrswegeinfrastruktur sowie soziokulturelle Aspekte begründen die Homogenität der Region.


Ausgangslage und Handlungsbedarfe


Kommunalentwicklung

Die Dynamik der Bevölkerungsstruktur führt zunehmend zu neuen Herausforderungen. Die Bevölkerung wird immer älter und Menschen mit Migrationshintergrund ziehen in die Region. Gleichzeitig wandelt sich die Eingliederungsstrategie von Menschen mit Behinderung hin zu einem dezentralen Ansatz. Die Kommunen müssen sich daher intensiv mit den Themen senioren- und generationengerechte Kommunalentwicklung sowie Integration und Inklusion auseinandersetzen. Es sind dringend neue Formen der Teilhabe und der Deckung neuer Bedürfnisse zu entwickeln und anzuwenden.

Kultur und Tourismus

Fotos: Kreisarchiv Rottweil

Die Region ist stolz auf ihre lange und vielfältige Geschichte. Sie ist geprägt durch ein großes kulturelles Potenzial (Museen, Events, Kunst- und Brauchtumshighlights), die sowohl allein als auch in Verbindung mit Rad- und Wanderangeboten die Region attraktiv machen. Die rad- und Wandertouristische Infrastruktur ist qualitativ zu verbessern und soll zu einem Plus an regionaler Wertschöpfung führen. Die Zusammenführung des tagestouristischen Angebotes mit den jeweiligen kulturellen Angeboten soll ausgebaut und durch eine Bündelung gestärkt werden. Besondere Aufmerksamkeit soll hierbei auf die Zielgruppen der jungen Menschen und Senioren gelegt werden. Die bereits bestehenden kulturellen Leistungsträger (Museen, Beherbergungsbetriebe etc.) sind angehalten ihre Attraktivität durch Verbesserungen oder neue Angebote zu steigern. Die Rolle der Region Oberer Neckar als Ostportal des neuen Nationalparks ist auszubauen.

Kulturlandschaft

Fotos: Kreisarchiv Rottweil

Eine besondere Stärke der Region besteht in dem hohen bürgerschaftlichen Engagement Einzelner und ganzer Dorfgemeinschaften für ihre Landschaft, die sich vor allem durch Streuobstwiesen, Wachholderheiden und den Neckar mit seinen Nebenflüssen auszeichnet.

Die noch vorhandenen Schafhaltebetriebe sind ebenso zu stabilisieren wie die Pflege und Stärkung der Vermarktung des Streuobstbaus zum Landschaftserhalt. Die Weiterentwicklung von Gewässern durch Aufwertung bzw. Renaturierung sind angesichts des notwendigen Hochwasserschutzes und der Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie von Bedeutung.

Wirtschaft

Dynamikfördernde Maßnahmen in Form von Umnutzungen, Existenzgründungen, neuen Angebotsentwicklungen durch Unternehmensnetze sowie die Schaffung von entsprechenden Rahmenbedingungen für die Fachkräftesicherung im Bereich Handwerk, Kreativwirtschaft, Pflege etc. werden als zentrale Handlungsfelder gesehen. Des Weiteren müssen auch der Handel und die oben genannten Branchen dem demografischen Wandel mit entsprechenden Anpassungsprozessen begegnen. Dazu zählen u. a. Veränderungen im Sortiment, in den Dienstleistungspaketen und der Unterstützung eines lebenslangen wohnortnahen Wohnens.

Energie und Klimaschutz

Die Region bietet in diesem Bereich eine gute konzeptionelle und strukturelle Aufstellung durch die Energieagenturen und die eea-Prozesse. Potenziale werden beim Ausbau von Wind- und Solarenergie, in der stärkeren Wärmenutzung sowie bei den CO₂-Einsparungen bei Wirtschaft und privaten Haushalten gesehen. Die Maxime der Ressourceneffizienz soll projektübergreifend verankert, die Innovations- und Umsetzungsorientierung durch die Förderung von Konzept- und Machbarkeitsstudien unterstützt werden. Weitere Entwicklungspotenziale bieten der Ausbau der Bürgerbeteiligung bei Energieprojekten und nachhaltiger Mobilitätslösungen.

Diese im Bewerbungsverfahren identifizierten Handlungsbedarfe wurden im Regionalen Entwicklungskonzept verankert und spiegeln sich dort in den Handlungsfeldern und Entwicklungszielen wider.